In der freien Natur - die Respektierten Areale auf der Halde Beerwalde und in Löbichau

Elf gusseiserne Kegel in leuchtend rostigem orange, elf philosophische Inschriften, eine Botschaft: die Achtung der Natur. Die Kegel führen als Wegweiser bis auf das Plateau der Halde zum Respektierten Areal. Für den Besucher ein Erlebnis auf zwei unterschiedlichen Ebenen: neben der Aussicht geht es beim inneren Gedankengang vor allem um eine Einsicht. Denn wer die Schriftplatten, die in den Boden der Kegel eingelassen sind, liest, muss sich hinabbeugen, sich vor der Natur neigen, sich ihr zuwenden und sie bewusst respektieren - die eigentliche künstlerische Idee des Projektes.
Olaf Wegewitz, Jahrgang 1949, entwickelte die Idee für das respektierte Areal. Er lebt und arbeitet in Huy-Neinstedt.

Die Buchstaben der Textplatten sind plastisch. Mit Pergament und Wachsstift lassen sich die Botschaften abpausen und mitnehmen.

Die Respektierten Areale

30 mal 30 Meter: die Maße eines Ortes der Erde, der sich selbst gehört. Das Areal auf dem Plateau der Halde Beerwalde wird von vier Kegelstümpfen zwar begrenzt - aber eben nicht abgegrenzt. Auch ohne Zaun respektiert der Mensch hier die natürlichen Ursprünge und Rechte der Pflanzenwelt. In diesem Areal wird nicht gesät, gemäht, gegraben oder gar geerntet. Brennnesseln, Diesteln wie Schachtelhalm wachsen in einem Stück freier Natur - und werden in dieser Freiheit vom Menschen anerkannt.
Was auf der Halde symbolisch im kleinen Rahmen erfahrbar ist, erstreckt sich ganz in der Nähe des Förderturms Löbichau auf 30 Hektar. Wie sich die Pflanzen in diesem respektierten Areal entwickeln ist hier in den nächsten Jahren sogar von wissenschaftlichem Interesse.

 Respektiertes Areal. Freie Natur. Blick auf den Förderturm Löbichau.